Kassenzahnärztliche Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern
Zahnärztekammer Mecklenburg-Vorpommern

Pressemitteilung

Dramatische Einschnitte für alle Akteure im Gesundheitswesen

Schwerin, 05.11.2002 – „Die Schatten der sozialistischen Planwirtschaft werfen dumpfes Licht in Gestalt des neuen Vorschaltgesetzes zur Reformierung des Gesundheitswesens voraus.“ Dieses Fazit zieht Dr. Lutz Knüpfer, Mitglied des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern.
Mit dem Vorschaltgesetz greift die Regierung einmal mehr in das Gesundheitswesen ein, das sich doch weitgehend selbst verwalten soll. Letztlich ist das ein weiterer Schritt in Richtung eines staatlichen Gesund-heitssystems. Wieder werden Freiheiten unter dem Deckmantel der sozialen Gerechtigkeit beschnitten und Umverteilung propagiert, wo auch der Staat in einer Sozialen Marktwirtschaft nichts umzuverteilen hat. Kein gutes Omen für die dringend notwendige Strukturreform in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Mit der Gesundheitsreform soll also alles besser werden. Nur dafür werden die Akteure im Gesundheitswesen und die Patienten bittere Pillen schlucken müssen: Ärzte und Kliniken erwartet 2003 eine Nullrunde (Sparziel: 720 Mill. Euro), Versicherten wird der Wechsel in eine private Kasse erschwert. Pharmahersteller, Großhändler und Apotheken müssen Kassen höhere Rabatte einräumen. Jedoch, „dies ist das erste Vorschaltgesetz, das nicht die Versicherten heranzieht“, lässt Ministerin Schmidt wissen. Ein Trugschluss, wie sich schon bald herausstellen wird. Zu befürchten sind massive Verluste an Arbeitsplätzen im Gesundheitsbereich. Patienten drohen Leistungsausdünnung und Wartelisten für planbare Behandlungen. Wie immer wird die Not im Osten Deutschlands am größten sichtbar, wo schon jetzt viele Arztpraxen vor dem wirtschaftlichen Ruin stehen.

Die Politik der „ruhigen Hand“ wird somit abgelöst von der Politik des Ausverkaufs, der völligen Demotivation der Berufe im Gesundheitswesen. Das ist dann tatsächlich der Kollaps im Gesundheitswesen. Der gesundheits-politische Offenbarungseid scheint nicht mehr aufzuhalten.

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KZV Mecklenburg-Vorpommern
Letzte Änderung: 29. December 2003