Bayerische Apotheker gegen die Liberalisierung des Arzneimittelmarktes

Deggendorf - Bayerische Apotheker sehen durch die geplante Liberalisierung des Arzneimittelmarktes eine gefährdete Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten. Die gelte insbesondere für den Bezug von Arzneien über den Versandhandel, sagte der Präsident der Landesapothekerkammer, Johannes Metzger am Samstag beim Bayerischen Apothekertag im niederbayerischen Deggendorf.

Beim Versandhandel gehe es nicht einfach um ein zusätzliches Servive-Angebot, sondern um einen tiefen Einschnitt in das bewährte Arzneimittelversorgungssystem. Nach Angaben der Apotheker führten Testkäufe bei der Internet-Apotheke Doc Morris zu erschreckenden Ergebnissen: Von 92 geforderten Medikamenten sind nur zwei zulässig ausgeliefert worden.

Politische Rückendeckung erhalten die Apotheker in der Frage des Versandhandels von Unionskanzlerkandidat Edmund Stoiber von der CSU. Stoiber sagte am Freitag bei einem Treffen mit dem Präsidenten der Bundesvereinigung Deutscher Apotheker, Hans-Günter Friese, in München: Bei einer Lockerung des bestehenden Verbots würde die konkrete und fachliche Beratung durch den Apotheker fehlen. Ein Versandhandel wäre „völlig falsch“, denn Bayern sei „klipp und klar “´dagegen.

Derzeitig steht das Versandhandelsverbot auf dem Prüfstand des europäischen Gerichtshofes. Stoiber forderte eine einschränkende nationale Gesetzgebung, sollte das Gericht entscheiden, dass ein Verbot des Versands von Arzneimitteln mit den Grundsätzen des freien Warenverkehrs nicht vereinbar wäre.


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KZV Mecklenburg-Vorpommern
Letzte Änderung: 29. December 2003