Pressemitteilung

Die Praxisgebühr ist kein Bestandteil des Zahnarzthonorars

Schwerin, 04.12.2003 Im Spiel um den Schwarzen Peter für die Zusatzkosten, die den Patienten aufgebürdet werden, wird der Eindruck erweckt, die Praxisgebühr sei ein Zubrot für Ärzte und Zahnärzte.

Doch dieser Eindruck ist falsch. Die Gebühr ist den Krankenkassen und nicht den Zahnärzten zugedacht. Gleichwohl soll der Zahnarzt genötigt werden, die Gebühr für die Kassen zu vereinnahmen, quasi als kostenloses Inkasso-Büro zu fungieren. Über die praktischen Konsequenzen dieses Anspruchs sagen die dürren Worte des GMG nichts: Die Praxisgebühr ist als Mittel gegen das kostentreibende "Doktor-Hopping" von Patienten gedacht; dass dieses Phänomen in Zahnarztpraxen praktisch gar nicht vorkommt, wird dabei vergessen. Zudem soll den Zahnärzten das Inkasso-Risiko zugeschoben werden. Bei zehn Euro Außenstand ist ein Mahnverfahren völlig unwirtschaftlich.

Ein weiterer Vorwurf an die Zahnärzteschaft lässt sich in diesem Zusammenhang leicht entlarven: Sie würde, so liest man, offiziell zwar immer für das Kostenerstattungsprinzip anstelle der Sachleistung plädieren. Wenn nun aber mit der Praxisgebühr tatsächlich erste Kostenerstattungselemente in das Versicherungssystem eingeführt würden, würde sie eben doch "kneifen". In der Tat wickeln Zahnärzte bereits heute einen großen Anteil des Praxisumsatzes in der direkten Kostenerstattung mit den Patienten ab und tragen dafür auch das Inkasso-Risiko. Das betrifft aber immer unmittelbare Ansprüche zwischen Zahnarzt und Patient. Was indes nicht funktionieren kann, ist eine Verpflichtung der Zahnärzte, Ansprüche von Dritten geltend zu machen und für diese Dritten auch noch das Ausfallrisiko zu übernehmen. Genauso gut könnte man einem Lokführer sämtliche Kosten vom Lohn abziehen, die der Bahn durch Schwarzfahrer entstehen.

Auch versicherungssystematisch bleibt die Praxisgebühr bedenklich: Nach dem Solidarprinzip sollen die gesunden die kranken Versicherten unterstützen. Die Praxisgebühr kehrt dieses Prinzip aber geradezu um, da sie gezielt erkrankte Versicherte belastet.

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KZV Mecklenburg-Vorpommern
Letzte Änderung: 09. Dezember 2003