Pressemitteilung

Kassenzahnärztliche Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern
Zahnärztekammer Mecklenburg-Vorpommern

Gesundheitsreform bringt deutliche Vorzieheffekte bei zahnärztlicher Versorgung

Schwerin, 4.12.2003 - Bedingt durch die Verunsicherung im Zusammenhang mit der vom Bundestag und Bundesrat beschlossenen Gesundheitsreform ist in Mecklenburg-Vorpommern ein starker Ansturm auf die zahnärztlichen Praxen zu verzeichnen. Natürlich steht dabei der Wunsch nach neuem Zahnersatz durch die Patienten im Vordergrund. Alle wollten oder wollen noch schnell den Zahnersatz zum "günstigen Preis". Schließlich wüsste ja niemand genau, wie viel dafür ab 2004 oder gar 2005 bezahlt werden muss. In Folge dieser Entwicklung ist zu verzeichnen, dass die zahnärztlichen Kassenbudgets insbesondere bei den Betriebskrankenkassen nahezu ausgeschöpft sind. Selbstverständlich werden dringende Behandlungen durch die Zahnärzte durchgeführt. Allerdings weiß keiner von ihnen, ob diese Leistungen überhaupt je bezahlt werden können. Patienten mit aufschiebbaren Behandlungen müssen zum Teil ins nächste Jahr vertröstet werden. Besonders dramatisch ist die Lage bei der kieferorthopädischen Behandlung.

Fest steht, dass Heil- und Kostenpläne für die Anfertigung von Zahnersatz, welche vom Zahnarzt in diesem Jahr ausgestellt werden und von der Krankenkasse bis spätestens zum 31.1.2004 genehmigt wurden, nach den jetzt gültigen Rechtsbedingungen innerhalb eines halben Jahres abgearbeitet werden können. Allerdings bringt auch diese Regelung die gleiche bedrohliche Situation für die zahnärztlichen Budgets im ersten Halbjahr 2004.

Fest steht ebenso, dass ab 1.1.2004 ein neuer Krankenkassenkatalog für zahnärztliche Leistungen Gültigkeit erlangt. Darin wird der Leistungsumfang im Zahnersatzbereich weiter eingeschränkt, wobei auch darauf hingewiesen werden muss, dass abhängig vom Einzelfall die zahnärztliche Vergütung für Zahnersatz sinkt. Ob es also für den Patienten teurer oder gar preiswerter wird, hängt sehr vom Einzelfall der Versorgung und des Befundes des Patienten ab.

Zahnersatz bzw. umfangreiche zahnärztliche Versorgung gehen fast immer mit einer umfangreichen Vorbehandlung des Patienten einher. Vor diesem Hintergrund ist allen Patienten anzuraten, weder aus vermeindlichen Kostengründen ohne medizinische Notwendigkeit noch im Sinne einer qualitativ hochwertigen und funktionsträchtigen Versorgung überstürzt auf Zahnersatzversorgung zu drängen.

Erst im Jahre 2005 wird es mit der Einführung der befundorientierten Festzuschüsse beim Zahnersatz und einer separaten Versicherung für die Zahnersatzversorgung zu umfangreichen Veränderungen kommen. Auch dies bedeutet nicht automatisch, dass die Behandlung selbst sich nur verteuern wird. Mit der Festlegung der Regelversorgung für den Zahnersatz im Jahre 2004, welche dann von den Versicherungen bei den gesetzlichen oder privaten Krankenkassen mit Festzuschüssen bezuschusst werden, kann näheres über die Auswirkungen für die Patienten beschrieben werden.

Für Rückfragen:


Startseite leer.gif (845 Byte) nach oben leer.gif (845 Byte)

KZV Mecklenburg-Vorpommern
Letzte Änderung: 09. Dezember 2003