Zahnärzte fordern mehr Transparenz und weniger Bürokratie

Mit drei zentralen Forderungen richtete sich die Zahnärzteschaft einen Tag vor den Koalitionsverhandlungen zum Ressort Gesundheit an die Politiker. In einer gemeinsamen Pressekonferenz forderten Bundeszahnärztekammer, Freier Verband Deutscher Zahnärzte und die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung:

  1. Die Entscheidungsfreiheit des Patienten stärken
  2. Eine konsequente Umsetzung der Prävention, die ein neues und gerechtes Finanzierungssystem erfordert
  3. Mehr Transparenz im Gesundheitswesen durch weniger Bürokratie

"Alle reden zwar vom mündigen Patienten, wenn es aber für den Versicherten um die konkrete Entscheidungsfreiheit zwischen Behandlungsalternativen geht, wird deutlich, dass in einem budgetierten Sachleistungssystem echte Behandlungsalternativen real nicht möglich sind.

Heute von einer Therapiefreiheit für Patient und Zahnarzt zu sprechen, ist absurd", kritisierte Dr. Wilfried Beckmann, Bundesvorsitzender des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte. Die Liste der Bevormundungen im Bereich Therapiefreiheit sei lang. Nicht zuletzt deshalb, weil das Sachleistungssystem unvereinbar mit einer präventionsorientierten Zahnmedizin ist. Deshalb fordert der Präsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Dr. Jürgen Weitkamp, "das Erstattungssystem so umzustellen, dass der Patient in enger Beratung mit seinem Zahnarzt die von ihm bevorzugte Therapie wählen kann". Mit dem zahnärztlichen Reformkonzept befundorientierter Festzuschüsse besteht die Möglichkeit, einen fixen Zuschuss - abhängig von Diagnose und Befund - zur Zahnbehandlung von der Krankenkasse zu erhalten. Der Patient entscheidet selbst, ob er beispielsweise zur Schließung einer Zahnlücke die herkömmliche Brückenversorgung oder ein Implantat etc. erhält.

Dieses Prinzip trage außerdem zu mehr Kostentransparenz bei. Grundsätzlich sollte der Patient eine Rechnung für die Leistung erhalten können, so wie in allen anderen Lebensbereichen auch. Dies würde auch den wahnsinnigen Bürokratie-Aufwand zurückfahren. "Wir ersticken förmlich an immer neuen Vorschriften und Regulierungszwängen. Eine normale zahnmedizinische Behandlung löst einen gigantischen Verwaltungsakt aus. Damit muss Schluss sein", forderte der Vorsitzende der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Rolf-Jürgen Löffler.

Die Politik sollte, so lautet der Appell der verfassten Zahnärzteschaft, direkt zu Beginn der Legislaturperiode die Weichen in diese Richtung stellen und endlich die Krise als Chance begreifen.


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KZV Mecklenburg-Vorpommern
Letzte Änderung: 29. December 2003