KBV: "Pharmaindustrie hindert Ärzte daran, Einsparziele zu erreichen"

"Die Preis- und Produktpolitik der Pharmaunternehmen macht es uns unmöglich, unsere Einsparziele bei den Arzneimittelausgaben zu erreichen." Dies erklärte Dr. Manfred Richter-Reichhelm in Berlin. Der Erste Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) betonte, dass sich die Kassenärzte dennoch intensiv bemühen, die Arzneimittelkosten zu senken.

Richter-Reichhelm kritisierte die aus KBV-Sicht fragwürdigen Praktiken der Pharmaindustrie: "Einzelne Hersteller treiben die Medikamentenpreise immer weiter in die Höhe." Besonders dreist sei es, so genannte Scheinpräparate auf den Markt zu bringen, um von der Aut-idem-Regelung zu profitieren. Diese verlangt von Apotheken, Medikamente aus dem unteren Preisdrittel abzugeben. Um das untere Drittel auszuweiten, würden neue Produkte zu völlig überzogenen Preisen eingeführt. Durch diese Praxis sei in Einzelfällen die Obergrenze des unteren Preisdrittels um fast 300 Prozent gestiegen. "Wir fordern ein grundsätzliches Verbot der Einführung solcher Scheinpräparate, die einzig der Bereicherung dient", sagte der KBV-Chef. Auch gezieltes Ersetzen bestimmter Medikamente durch erheblich teurere Produkte, die einzig einen neuen Namen bekommen, unterlaufe Sparmaßnahmen der Ärzte, so Richter-Reichhelm weiter.


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KZV Mecklenburg-Vorpommern
Letzte Änderung: 29. December 2003