Verdi greift in Reformdebatte ein

Verdi-Chef Frank Bsirske nannte drei Kriterien für eine Gesundheitsreform, bei der die Interessen der Patienten im Mittelpunkt stehen sollten: Die weitere paritätische Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung, ein einheitlicher Leistungskatalog ohne Aufspaltung in Wahl- und Pflichtleistungen sowie die Steigerung von Qualität und Effizienz.

Ihre Forderungen will die Gewerkschaft will mit einer bundesweiten Kampagne publik machen. Diese soll eine Million Euro kosten und bis zur Bundestagswahl dauern.

Zur Begründung sagte der Verdi-Chef, dass genug Geld für eine ausreichende Gesundheitsversorgung vorhanden sei. Jedoch müsse das Geld besser eingesetzt werden. Voraussetzung dafür sei ein Bruch mit dem "Gesundheitslobbyismus". Die Forderung des Hartmannbundes, die Leistungen der GKV aufzuspalten, sei doppelzüngig. "Solange Leistungen nicht zum Regelkatalog der GKV gehören, sind sie bekanntlich unnötig. Aber sobald sie Teil der privat finanzierten IGeL-Leistungen sind, werden sie plötzlich unverzichtbar", kritisierte Bsirske.

Die Krankenkassen und Pharmaindustrie bekamen ebenfalls ihr Fett ab. Nach Bsirskes Worten hätten die gesetzlichen Krankenkassen den Patienten völlig vernachlässigt. Beispiel dafür sei die Risikoselektion zwischen jungen, gut verdienenden und alten und kranken Menschen. An die Pharmaindustrie richtete er den Vorwurf, die Positivliste verhindert zu haben.


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KZV Mecklenburg-Vorpommern
Letzte Änderung: 29. December 2003