Pressemitteilung

KZBV-Vorsitzender Dr. Jürgen Fedderwitz zum Zahnersatz ab 2005

"Patienten bleiben ihre Ansprüche auch künftig erhalten!" - Kritik an den Krankenkassen bezüglich der Härtefallregelung

Berlin, 22.06.04 - Als "unseriöse Panikmache" hat der Vorsitzende der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), Dr. Jürgen Fedderwitz, die öffentlichen Äußerungen der Krankenkassen im Vorfeld der Beratungen im Gemeinsamen Bundesausschuss kritisiert. Das Gremium aus Zahnärzten und Krankenkassenvertretern will morgen, Mittwoch, über die Versorgung gesetzlich Versicherter mit Zahnersatz ab 2005 entscheiden.

"In mehr als 90 Prozent der Fälle wird sich in einem System der Festzuschüsse, das im nächsten Jahr eingeführt wird, für die
Patienten nichts ändern", betonte der KZBV-Vorsitzende. "Das Gesetz gibt den Auftrag, in den Festzuschüssen die zahnmedizinische Versorgungswirklichkeit von heute abzubilden. Diesem Auftrag haben sich alle Beteiligten im Bundesausschuss in großer Verantwortung gestellt. Nun versuchen die Kassen hier offenbar auszuscheren und machen dafür auch noch die Zahnärzteschaft verantwortlich", kritisierte Fedderwitz.

Der KZBV-Vorsitzende äußerte gleichzeitig sein Unverständnis darüber, dass die Krankenkassen einen wichtigen Konsens im Gemeinsamen Bundesausschuss bezüglich der Härtefälle aufgekündigt haben: "Während die Kassen mit der Umstellung auf Festzuschüsse offensichtlich in einigen Fällen die Luxusversorgung als Regelleistung durchdrücken wollen, möchten sie gleichzeitig die wirklich Schutzbedürftigen, die so genannten Härtefälle, im Regen stehen lassen. Hier möchten die Kassen bei Reparaturen plötzlich nicht mehr grundsätzlich die volle Leistung übernehmen, wie es bisher der Fall war und wie es im Ausschuss zugesichert worden war. Ausgerechnet diese Patienten sollen nach dem Willen der Kassen künftig plötzlich bezahlen, was ihnen bisher völlig zu Recht vollständig von ihrer Kasse erstattet wurde", sagte Fedderwitz.

Der KZBV-Vorsitzende warnte gleichzeitig: "Es wäre unverantwortlich, wenn diese bis jetzt sachlich geführten Verhandlungen durch die Blockadehaltung und Polemik der Krankenkassen aufgekündigt würden. Und ebenso unverantwortlich wäre es, bei der bisher hohen Übereinstimmung aller Parteien im Bundesausschuss, diese wichtige Entscheidung scheitern zu lassen."

Ziel der Krankenkassen sei es, eine Einigung dadurch zu verhindern, dass sie in sehr speziellen Behandlungsfällen mehr fordern als notwendig und bezahlbar ist. Fedderwitz: "Für diese Fälle, die nur einen kleinen Teil der gesamten prothetischen Versorgung ausmachen, fordern die Kassen als Regelversorgung eine aufwändige, teure Maximalleistung, die im heutigen Alltag von Zahnärzten kaum so angefertigt wird. Würde die KZBV dieser Forderung nachgeben, so hieße das für die Patienten, dass die Mittel, die für den Zahnersatz zur Verfügung stehen, deutlich überstrapaziert würden. Die Folge wäre: Der Beitragssatz für Zahnersatz, den jeder Versicherte ab dem kommenden Jahr vollständig selbst bezahlen muss, würde unzumutbar in die Höhe geschraubt." Für echten Versorgungs-Luxus, so der KZBV-Vorsitzende, sollten die Patienten sich selbst versichern, wenn sie es denn wollen.

Fedderwitz appellierte zugleich: "Der Patient wird im nächsten Jahr genauso gut gestellt sein wie bisher. Darüber hinaus kann er sich auch für Therapien entscheiden, für die er bisher keinerlei Zuschüsse erhalten hat, ohne seine Ansprüche auf Festzuschüsse zu verlieren. Er hat also künftig mehr Wahlfreiheit, er nimmt am Fortschritt direkt teil und das System ist für alle Beteiligten transparenter."

Für Rückfragen:
ZA Dieter Krenkel, Vorstand Presse-und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 0172 - 200 88 95

Dr. Reiner Kern, Abteilungsleiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 0173 - 26 03 167



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Letzte Änderung: 23. Juni 2004