Rürup plant 36-Milliarden-Euro-Sparpaket

Die Rürup-Kommission prüft angeblich ein 36 Milliarden Euro umfassendes Reformpaket für das Gesundheitswesen. Es soll den Beitragssatz von heute 14,4 auf bis zu 10,7 Prozent senken. So solle die Tabaksteuer um einen Euro pro Schachtel steigen.
Mit dem Geld sollen so genannte versicherungsfremde Leistungen wie Mutterschafts- und Sterbegeld finanziert werden. Frei verkäufliche Arzneien sollen Kassenpatienten laut Zeitung künftig vollständig selbst bezahlen.

Das Konzept, das von dem Gesundheitsexperten Karl Lauterbach stammt, sieht eine Radikalreform der Krankenversicherung vor. Diese soll zu einer "Bürgerversicherung" ausgebaut werden. Anders als bisher würden so auch Besserverdienende und Beamte in das Solidarsystem einbezogen und müssten sich bei den gesetzlichen Kassen versichern.
Außerdem sollen Versicherte auch auf Miet- und Zinseinkünfte Kassenbeiträge zahlen.
Das Konzept ist allerdings noch nicht in der Rürup-Kommission abgestimmt. Lauterbach, der als enger Berater von Sozialministerin Ulla Schmidt (SPD) gilt, hat laut Zeitung seine Ideen in der Kommission bisher nur vorgetragen. Unklar sei, ob das Konzept bei den Experten eine Mehrheit findet. Kommissionschef Bert Rürup setze weiter auf den Umstieg auf ein Kopfprämien-System. Die Expertenrunde werde wahrscheinlich im April über die beiden Modelle entscheiden.

(Quelle: ZM-Online)


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Letzte Änderung: 09. January 2004