Pressemitteilung KZV M-V

Mehr Bürokratie, weniger Patienten, kaum Akzeptanz - Kassenzahnärztliche Vereinigung und Sozialministerin lehnen Praxisgebühr ab


„Die Praxisgebühr gehört zu den größten Ärgernissen der Gesundheitsreform. Mehr als 20.000 Unterschriften bringen dies deutlich zum Ausdruck“ – so Dr. Wilfried Kopp, Vorsitzender des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern (KZV M-V) heute bei der Übergabe einer Unterschriftenliste an Sozialministerin Dr. Marianne Linke (PDS). Die Unterschriften waren im ersten Halbjahr 2004 bei den rund 1.500 Zahnarztpraxen des Landes gesammelt worden.

Nach Angaben von Dr. Kopp sind im Jahr 2004 bisher 18 Prozent weniger Patientinnen und Patienten in die Zahnarztpraxen des Landes gekommen als im Vergleichzeitraum 2003. Dazu die Sozialministerin: „Die 10 Euro Praxisgebühr sind für nicht wenige Patientinnen und Patienten eine echte Hürde. Sie scheuen den Weg zum Zahnarzt. Viele wissen außerdem nicht, dass Prophylaxeleistungen wie die halbjährliche Kontrolluntersuchung ohne Praxisgebühr geleistet werden. Im Ergebnis fürchte ich deshalb eine Verschlechterung der Zahngesundheit. Die Praxisgebühr könnte mehr Kosten verursachen als Einnahmen bringen.“

Die einseitige Belastung der Versicherten war nach den Worten der Sozialministerin der Grund dafür, dass die Landesregierung der Gesundheitsre-form im Bundesrat nicht zugestimmt hat.

Die KZV M-V hatte 336 Zahnarztpraxen nach Problemen der Praxisgebühr im Praxisalltag befragt. 88,9 Prozent der Praxen lehnen danach die Gebühr ab. Nur bei 5,4 Prozent stößt sie auf Akzeptanz. Weitere 5,7 Prozent waren unentschieden. 96,3 Prozent der befragten Praxen waren für die Abschaf-fung der Praxisgebühr. In 35,2 Prozent der Behandlungsfälle kam es aufgrund der Praxisgebühr zu längeren Wartezeiten. Rund ein Drittel der Patientinnen und Patienten wollten oder konnten nach Angaben der Praxen die Gebühr nicht bezahlen.
Dazu Dr. Wilfried Kopp: „Die Praxisgebühr wird von der übergroßen Mehrheit der befragten Zahnärztinnen und Zahnärzte abgelehnt. Sie bringt zu viel Bürokratie und kostet zu viel Zeit. Die Ärztinnen und Ärzte im Land versuchen, im Praxisalltag den Schaden in Grenzen zu halten. Die ersten Ergebnisse zeigen jedoch, dass die Gesundheitsreform an dieser Stelle langfristig eher Probleme verursacht als löst.“

Sozialministerin Dr. Marianne Linke nimmt am Montag, 30.08.2004 um 15.00 Uhr, eine von der KZV Mecklenburg-Vorpommern gesammelte Unterschriftenliste gegen die Praxisgebühr entgegen.

Vertreterinnen und Vertreter der Presse sind herzlich eingeladen.   

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KZV Mecklenburg-Vorpommern
Letzte Änderung: 30. August 2004